Verkehrswacht Lüneburg e. V.

Wie gefährlich ist Motorrad fahren?

Bald fängt sie wieder an: die Zeit in der am Wochenende vermehrt Motorräder zu sehen und zu hören sind. Für diejenigen, die um die Sicherheit des Straßenverkehrs besorgt sind, bedeutet es Horror-Nachrichten im Takt nach den Wochenenden. Hier wird dann wieder berichtet, wie viele Motorradfahrer verunglückt und wie viele gestorben sind.

Angesichts der Gefährlichkeit des Motorradfahrens ist es erstaunlich wie viele Menschen Motorrad fahren.

Jedes Jahr sterben in Deutschland zwischen 500 und 600 Motorradfahrer. Es gibt sogar Jahre, in denen über 600 sterben. Wenn man bedenkt, dass insgesamt bei allen Verkehrsarten jährlich um die 3000 Menschen sterben, bedeutet dies, dass mindestens jeder 5. Tote ein Motorradfahrer ist. Das ist viel. Das ist sogar viel zu viel. Denn so viele Motorradfahrer sind anteilig im Straßenverkehr gar nicht unterwegs. Schauen Sie mal raus auf die Straße!

Noch schlimmer wird diese Betrachtung, wenn man die eigentliche Fahrleistung einberechnet.

Durchschnittlich fährt ein Motorradfahrer nämlich nur 3000 km im Jahr. „Die Jahresgesamtfahrleistung von Motorradfahrern beträgt mit ca. 2 Prozent nur einen Bruchteil der Fahrleistung von Pkws“. Das bedeutet für das Todesrisiko: Die Gefahr auf dem Motorrad tödlich zu verunglücken ist im Vergleich zum PKW etwa 20 Mal höher (Quelle UDV für das Jahr 2017)!

 

Um nochmal deutlich zu werden: Es werden noch viel mehr Biker schwer verletzt und das kann auch bedeuten, dass der Fahrer einen Arm oder ein Bein verliert, dass er mit Ach und Krach inklusive Gehirnschädigungen überlebt oder er jahrelang im Wachkoma liegt.

 

Immer wieder wird in Berichten betont, dass ein hoher Anteil der Motorradunfälle von PKW-Führern verursacht wird.

Das soll hier auch mal mit folgenden Zahlen relativiert werden: Auf Landstraßen bezogen, wo sich die meisten schweren und tödlichen Motorradunfälle ereignen verursachen 70% der Motorradfahrer den Unfall. Bei allen betrachteten Unfällen im Jahr 2018 mit nicht mehr als 2 Beteiligten waren sogar 49% der Motorradfahrer alleinbeteiligt. Das heißt, sie haben die Kontrolle über ihre Maschine verloren und sind ohne Fremdverschulden verunglückt.

Wie das passieren kann? Ganz einfach: z.B. zu schnell fahren und in der Kurve abschmieren. Auch bei Motorradfahrern kann die Fahrt am Baum enden.

Weiterhin sagt die Statistik für 2018: 67% aller getöteten Motorradfahrer und Mitfahrer bei Unfällen mit bis zu 2 Beteiligten wurden vom Motorradfahrer verursacht.

 

Wenn man das mal so liest, fragt man sich: Was ist denn da los? Wie kann das sein?

Na klar liegt das an nicht vorhandenen Knautschzonen. Natürlich liegt das an den irren Beschleunigungsleistungen eines jeden Motorrads. Zum Beispiel müssen bei einer BMW S1000RR mit 207 PS und einem Leergewicht von 194 kg nur 0,93 kg je PS bewegt werden.

Selbst bei einem ultrasportlichen Ferrari Monza SP1 mit 810 PS bei 1500 kg Leergewicht müssen doppelt so viele kg je PS bewegt werden: nämlich 1,85 kg / PS

Und das muss beherrscht werden. Nicht im physikalischen Sinne oder im Sinne von „toller Hecht, der kann ja toll schnell fahren“ – NEIN! Das muss charakterlich beherrscht werden. Und das ist wohl in den meisten Fällen das Problem! Um sicher auf unseren Straßen unterwegs zu sein, sollte man sich an die Regeln halten. Geschwindigkeitsregeln und Überholregeln zum Beispiel. Die hier angesprochenen Maschinen werden von der Industrie als Supersportler bezeichnet. Aber Entschuldigung: Sportlichkeit hat auf öffentlichen Straßen überhaupt nichts verloren! Die Begrifflichkeit passt also schon mal nicht.

Ist es die Suche nach dem ultimativen Kick? Ein Suchen des Risikos? Dem sich beweisen müssen, dass man noch schräger um die Kurve gefegt ist? Jeder Motorradfahrer kennt wohl den Macho-Spruch auf dem Parkplatz „Du hast doch auch für den ganzen Reifen bezahlt“, wenn man die nicht abgefahrenen, äußeren Streifen des breiten Hinterrads betrachtet.

Ist das Problem auch in der Natur der Männlichkeit zu suchen? Viel mehr Männer als Frauen fahren Motorrad.

Warum muss Motorradfahren oft so laut sein? Wem soll hier eigentlich imponiert werden?

 

Natürlich ist nicht nur der Faktor Mensch entscheidend, sondern für eine Reduzierung von Unfallfolgen sind auch folgende Aspekte von Bedeutung:

 

Nach dem Winter sollte die Maschine gecheckt werden, Reifendruck etc. Mit einer Warnweste für eine bessere Sichtbarkeit sorgen. Unterfahrschutz bei Leitplanken fordern.

Bei Anschaffung eines neuen Motorrads: auf Assistenzsysteme Wert legen. ABS sollte mittlerweile selbstverständlich sein. (noch im Jahr 2004 wurde in Fachzeitschriften diskutiert, ob ABS bei „Sportlern“ überhaupt eine Daseinsberechtigung hat)

Aber es gibt auch andere Systeme:

 

  • Kurventaugliches ABS
  • Automatischer Emergency Call
  • Hinterrad-Abhebe-Kontrolle (Stoppie-Kontrolle)
  • Kombi- oder Integral-Bremssystem
  • Wheelie-Kontrolle
  • Kurventaugliche Schlupfkontrolle
  • Abstandsradar (z.B. Adaptive Cruise Control)

 

Auch bei Motorrad-Kleidung gibt es Potential: Intelligente Schutzkleidung wie Airbag-Jacken können den Schutz dann immerhin bis zu einer Aufprallgeschwindigkeit von etwa 50 km/h erhöhen (normale Schutzkleidung kann schon bei einer Aufprallgeschwindigkeit ab 25 km/h tödliche Verletzungen nicht mehr verhindern).

 

Aber zurück zum Faktor Mensch:

Die Unfallforschung kam in der Vergangenheit zum Beispiel bei Untersuchungen von Motorradunfällen zu den Schlussfolgerungen (mehrere Quellen)

  • Besserung beginnt mit Einsicht: Motorradfahrer sind keine unschuldigen Opfer.
  • ABS ist der wichtigste technische Helfer am Motorrad.
  • Fahrertrainings sind notwendig, aber vor allem auf mentaler Ebene und nicht nur zur Beherrschung der Maschine.
  • Fahrer stark motorisierter Maschinen sind häufiger Unfallverursacher

Absage bzw Verschiebung Jahrehauptversammlung

Die Jahreshauptversammlung 2021 findet nicht im März statt. Wir mussten den Termin abermals verschieben.

Unsere Mitglieder erhalten selbstverständlich den neuen Temin und eine schriftliche Einladung zu gegebener Zeit.

 

 

Herzlich Willkommen auf der Internetseite der Verkehrswacht Lüneburg e. V.

Großer Ausmal-Wettbewerb "Fahrradhelm"

Wir sorgen uns um die Verkehrserziehung, die zu Corona-Zeiten schon wieder zu kurz kommen könnte. Wir wollen mit diesem Wettbewerb zum Thema Fahrradhelm etwas Farbe in das Leben der Kinder bringen.

Bei unserem großen Ausmal-Wettbewerb können Kita-Kinder und Grundschüler aus dem Landkreis Lüneburg viele Preise gewinnen. Darunter 3 Kinderfahrräder von ELBA-Rad und BIKE PARK Lüneburg , tolle Bücher von Lünebuch, Reflektoren, Gutscheine für Fahrradhelme und vieles mehr. Wir verlosen über 50 Preise! Druckt die beiden Seiten des PDFs aus, füllt die Felder auf Seite 1 eins aus und male den Helm auf Seite 2 aus. Schickt beide Seiten dann an die Verkehrswacht Lüneburg, Schulstraße 12, 21357 Bardowick 

Einsendeschluss ist der 08.03.2021.

Hier könnt ihr das PDF für die Teilnahme herunterladen

Viel Glück :-)

LICHT AN!

Sehen und gesehen werden ist für alle Verkehrsteilnehmer nicht nur nachts überlebensnotwenig, sondern in den Herbst- und Wintermonaten auch schon am Tage. Leider sind immer noch viele Fahrradfahrende mit unzureichender oder sogar gar keiner Beleuchtung unterwegs. Für schon unter 20.- Euro bekommt man ein schnellmontierbares, akkubetriebenes Vorder- und Rücklicht. Wir empfehlen aber lieber fest installierte, Dynamo betriebene Lampen, da die Anfälligkeit für Fehlfunktionen geringer ist.

Wir machen mit unserer Aktion „Licht an!“ auf dieses Thema aufmerksam und haben im Lüneburger Stadtgebiet Fahrräder in gelber Warnfarbe aufgestellt. Vielleicht sorgen sie ja auch dafür, dass Autofahrer bewusster mit den gleichberechtigten Fahrradfahrenden umgehen.

Wer sich an dieser Aktion beteiligen will und ebenfalls ein solches Fahrrad (oder mehrere) aufstellen will, kann sich hier eine Art "Anleitung" ansehen. PDF zum Download.

Wie immer geht es uns nicht darum, einzelne Verkehrsarten an den Pranger zu stellen, sondern alle Problematiken jeweils in den Fokus zu rücken.

Passt auf Euch auf! Eure Verkehrswacht Lüneburg e.V.

Lichttunnel

Ein absoluter Hingucker ist unser neuer Lichttunnel. Dieser widmet sich der Thematik Sichtbarkeit. Ab wann kann ich jemanden auf einer dunklen Landstraße erkennen? Wie groß ist der Einfluss der getragenen Kleidung? Um es vorweg zu nehmen: die Unterschiede sind enorm. Ist eine schwarz gekleidete Person unter Umständen erst bei einer Distanz von 30m zu erkennen, würde sich die Erkennbarkeit drastisch verbessern, trüge dieselbe Person eine Warnweste. Mit dem Lichttunnel lassen sich diese Entfernungen simulieren und der hindurch schauende Probant meldet zurück, was er so alles erkennen kann.

Einsetzbar ist der Lichttunnel in Unterrichten an der Schule aber auch bei Seminaren und Veranstaltungen lässt er sich einsetzen.

Und über eines sind wir auch sehr froh: Der Lichttunnel trägt das Logo der Gemeinschaftskampagne "Achtung! Die Kurzen kommen." Ein Projekt, welches die Landeszeitung Lüneburg maßgeblich ins Leben gerufen hat und welches der Sicherheit der Grundschüler gewidmet ist.

 

 

Absage Jahreshauptversammlung 2020 (03.11.2020)

Erneut müssen wir aufgrund der sich dynamisch entwickelnden Coroana-Pandemie unsere Jahreshauptversammlung absagen.

̶D̶̶e̶̶r̶̶ ̶̶n̶̶e̶̶u̶̶e̶̶ ̶̶T̶̶e̶̶r̶̶m̶̶i̶̶n̶̶ ̶̶i̶̶s̶̶t̶̶ ̶̶s̶̶c̶̶h̶̶o̶̶n̶̶ ̶̶t̶̶e̶̶r̶̶m̶̶i̶̶n̶̶i̶̶e̶̶r̶̶t̶̶:̶̶ ̶̶e̶̶s̶̶ ̶̶i̶̶s̶̶t̶̶ ̶̶d̶̶e̶̶r̶̶ ̶̶0̶̶9̶̶.̶̶0̶̶3̶̶.̶̶2̶̶0̶̶2̶̶1̶̶

ACHTUNG! Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bezüglich der Covid19 - Einschränkungen, kann auch der anberaumte Termin am 09.03.2021 nicht gehalten werden!

Auf eine erneute Terminsetzung wird vorerst verzichtet. Sollte ein Termin realistisch werden, geben wir diesen natürlich rechtzeitig bekannt.

Tippen tötet!

Der Relaunch der Aktion "Tippen tötet" erreicht Lüneburg. Wir sind stolz, dass das Promotion-Team der Landesverkehrswacht am 25.08.2020 bei uns zu Gast in Lüneburg war. Das Medienecho war hoch. Lünepost und Landeszeitung und NDR-Radio berichteten über die Aktion.

Außerdem waren wir in der Lage, 2 große Spannbänder gut sichtbar im Innenstadtbereich aufzuhängen (Bardowicker Straße und Am Sande). Diese Banner sorgten von Mitte September 2020 bis Anfang November für Aufmerksamkeit.

Ehrenzeichen in Silber für Martin Schwanitz

Am 24.08.2020 verlieh die Landesverkehrswacht Niedersachsen das Ehrenzeiche in Silber an unser Vorstandsmitglied Martin Schwanitz. In der Ehrung hieß es "...Es gelingt ihm immer wieder tolle Aktionen öffentlichkeitswirksam darzustellen..."

Martin gibt das Lob umgehend weiter: "Dei Ehrung gilt auch dem ganzen Team der Verkehrswacht Lüneburg und unseren Unterstützern. Nur gemeinsam schaffen wir tolle Verkehrssicherheitsarbeit."

Verkehrswacht Lüneburg gewinnt Gold mit Bilderkampagne

Die Idee war so simpel, wie genial: Mithilfe von auf 1,5 Meter gekürzten „Schwimmnudeln“ hat die Verkehrswacht den Abstand und insbesondere die Nichteinhaltung des gesetzlichen Abstands durch die Autofahrer sichtbar gemacht.

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