Leserforum der WF-Zeitung zum Thema Radfahren

Radfahren in Wolfenbüttel ist nicht gefährlich

Im November hat die Wolfenbütteler Zeitung gemeinsam mit dem ADFC Wolfenbüttel zu einem Fahrrad-Forum eingeladen.

Auf dem Podium saßen: Torsten Ruhe (Leiter Tiefbauamt Landkreis Wolfenbüttel), Thilo Neumann (1. Vorsitzender ADFC), Felix Hanstein (friday for future), Kai-Uwe Ruf (Redakteur und Moderator Wolfenbütteler Zeitung), Simone Hartmann (Polizei Wolfenbüttel), Lutz Zeidler (Verkehrswacht Wolfenbüttel) und Florian Jürgens (Leiter Amt Stadtentwicklung und Bauaufsicht Stadt Wolfenbüttel).

Zur Diskussion standen folgende Themen auf dem Programm:
Wie sicher sind Straßen und Radwege in der Stadt und Landkreis?
Wie gut ist das Radwegenetz im Landkreis?
Brauchen wir eine Kampagne für gegenseitige Rücksichtnahme?
Wie nützlich kann ein Netz von Fahrradstraßen in der Innenstadt sein?
Die Pedeles und E-Bikes kommen. Was bedeutet das für Stadt und Kreis?
Was erwarten Radler von einer modernen Stadt und in wie weit kann diese die Wünsche erfüllen?

An 107 von insgesamt 2631 von der Polizei registrierten Verkehrsunfällen waren im Jahr 2018 Radfahrer beteiligt.  63 Radfahrer wurden dabei leicht und 12 schwer verletzt, berichtete Simone Hartmann von der Polizei Wolfenbüttel. Die Anzahl der  Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern bewertete sie mit den Worten: “Befinden sich noch im Rahmen.“ Schaut man sich die Unfälle mit Radfahrer genauer an, so stellt man fest, dass natürlich nicht an allen Unfällen die Radfahrer schuld waren, sondern laut Polizeiermittlungen nur an 67 Unfällen. Hauptunfallursachen waren die Benutzung der Radwege auf der falschen Seite, Kollisionen mit geparkten Fahrzeugen sowie immer mehr Stürze. Hinzu kommt als immer größer werdendes Problem die Handynutzung beim Radfahren, wodurch die Radfahrer vom eigentlichen Verkehr abgelenkt werden. Seit Januar 2019 hat die Polizei bisher 51 Radfahrer wegen Handynutzung verwarnt falscher Richtung (100) sowie unerlaubte Nutzung von Gehwegen inklusive Fußgängerzone (199).

„Den Vergehen von Radfahrern im Straßenverkehr würde in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Fehlverhalten der Autofahrer“, kritisierte Thilo Neumann vom ADFC. Weiterhin erklärte er, dass er ohne vorausschauendes Fahren einmal in der Woche als Radfahrer totgefahren würde.“ Dennoch hielt er Radfahren für „nicht gefährlich“. Thilo Neumann plädierte allerdings dafür, Kinder auf das Radfahren gut vorzubereiten. Alle Radfahrer müssten lernen, vorausschauend zu fahren. Würde es mehr Fahrradstraßen in Wolfenbüttel geben, so der ADFC-Vorsitzende, dann würden Autofahrer – ähnlich wie bei der Freigabe der Einbahnstraße in Gegenrichtung für Radfahrer – sich besser mit den Rechten und Pflichten auf Fahrradstraßen auskennen.

Auch Lutz Zeidler von der Verkehrswacht betonte den Wert vom vorausschauenden Fahren. Er erklärte: „Ich fühle mich sicher beim Radfahren in Stadt und Landkreis.“

Fazit der Veranstaltung:
Die Gruppe  „Radfahrer“ wünschte sich mehr Freiheiten und Freiraum auf den Straßen. Thilo Neumanns Forderung beim Fahrradforum: „Wir müssen den Autos Platz wegnehmen. In Wolfenbüttel gibt es noch zu viel Platz für Autos. Wir haben in Wolfenbüttel kein Geld-, sondern ein Personalproblem. Deshalb werden kaum separate Maßnahmen für den Radverkehr umgesetzt.“

Ein Teil der Bevölkerung, insbesondere die Älteren, können jedoch nicht nachvollziehen, warum die Innenstadt ein „Autofreier Raum“ werden soll.
Dabei wäre alles einfacher, wenn sich alle vorsichtig und rücksichtsvoll im Straßenverkehr verhalten würden. Mit „die Autofahrer“ oder „die Fahrradfahrer“ kommen wir jedenfalls nicht weiter.

25.11.2019
Ansprechpartner: Horst Bittner

 

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