Nur mit Gurt!

In Deutschland besteht seit 1970 eine Gurtpflicht für Fahrer und Beifahrer, seit 1976 für alle Pkw-Insassen, wie auch das Plakat von 1972 zeigt.
Und das aus gutem Grund.
Der Gurt selbst ist weitaus stabiler als der menschliche Körper. Ein Gurtband muss in Tests seine Reißfestigkeit bei einer Belastung von bis zu 3 Tonnen Gewicht beweisen. Das ist der Gegenwert von ca. drei Kleinwagen.

Der Sicherheitsgurt selbst hält also viel aus und kann bei einem Unfall Leben retten, doch nur, wenn er richtig angelegt wir, und die Sitzposition des Passagiers stimmt.
Richtig heißt, dass der Gurt über die Mitte des Schlüsselbeines verläuft, genau so wie z.B. ein Hosenträger.

Sitzt er zu tief, besteht die Gefahr, dass sich der Körper des Angeschnallten aus dem Gurt seitlich herausdreht. Damit wäre die Sicherungswirkung eines Gurtes dahin. Verläuft der Gurt zu hoch, sind (schwere) Schnittverletzungen im Halsbereich bei einem Unfall so gut wie sicher.

Achten Sie, vor allem im Winter, darauf, dass Sie sich nicht mit einer dicken Jacke hinter das Steuer setzen. Ein mit einer Daunenjacke bekleideter Fahrer würde im Falle eines Aufpralls noch einmal rund 10 bis 20 Zentimeter weiter nach vorne katapultiert werden.
Daher sollten Sie nach dem Anlegen des Gurtes immer darauf achten, dass er straff anliegt, und dass Sie im Verlauf des Gurtes keine Stifte, Brillen, Handys o.ä. in ihren Taschen aufbewahren.
Bei einem Aufprall mit 50 km/h wird der menschliche Körper auf das 30-40-Fache seines eigentlichen Gewichtes beschleunigt, ein in der Hemdtasche befindlich Kugelschreiber hätte unter Umständen schwere Verletzungen zur Folge.

Doch was hilft der Gurt, wenn der Fahrer in "Schlafwagenposition" unterwegs ist? Wenn die Lehne des Sitzes eher einer Sonnenliege gleicht, drückt sich der Fahrer beim Bremsen nach oben aus dem Sitz, da hilft auch der Gurt nicht mehr.
Ein ähnliches Verletzungsrisiko ist gegeben, wenn man zu weit von den Pedalen entfernt sitzt und z.B. mit durchgestecktem Bein bremst. Bei einem Aufprall, würde die Wucht ungedämpft in die Gelenke abgeleitet werden. Angewinkelte Kniegelenke können den Aufprall zumindest ein wenig abfedern.

Die falsche Sitzposition arbeitet nicht nur der Funktion des Sicherheitsgurtes entgegen, sie verhindert auch, dass man in extremen Situationen richtig reagieren kann. Ausweichmanöver mit ausgestrecktem Arm sind kaum möglich. Faustformel hier: Liegt das Handgelenk oben auf dem Lenkrad, sollte die Schulter weiterhin Kontakt zur Rückenlehne haben.
Nur so ist gewährleistet, dass man im Fall der Fälle reagieren kann und bei einem möglichen Aufprall auch weiter Sicherheitssysteme wie Gurtstraffer und Airbags ihre Wirkung richtig entfalten kann.

Der rechtliche Aspekt darf auch nicht außer Acht gelassen werden. Wer unangeschnallt von der Polizei angehalten wird, muss mit Verwarnungsgeld von 30 Euro rechnen. Sollte man unangeschnallt in einen Unfall verwickelt sein, können nicht nur die Verletzungen schwerer sein, auch Versicherungen zahlen oft nur einen Teil oder gar kein Schmerzensgeld aus, wenn die Fahrzeuginsassen nicht angeschnallt waren.

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