Achtung, Wild auf der Fahrbahn!

Richtiges Verhalten bei einer Begegnung der "tierischen Art":

  • Beachten Sie unbedingt die Wildwechsel-Warnschilder, die an besonders gefährdeten Stellen aufgestellt sind. Fahren Sie dort, in waldreichen Gegenden oder auf wenig befahrenen Nebenstraßen vorausschauend, aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit. Schon 80 km/h können zu viel sein!
  • Ein Reh mit 25 Kilogramm Gewicht entwickelt bei einem Zusammenstoß bei Tempo 100 eine Masse von einer halben Tonne, ein Wildschwein von 90 Kg bedeutet dann mit aller wahrscheinlichkeit einen Totalschaden.

Tipps Zum Verhalten, wenn Wild auf der Fahrbahn auftaucht

  • Wenn Wild die Straße quert, Fernlicht ausschalten, da das Wild ansonsten "wie versteinert" im Lichtkegel stehen bleibt; kontrolliert bremsen und hupen, damit die Tiere einen Fluchtweg finden können. Vermeiden Sie unbedingt, die Lichthupe einzusetzen. Das Wild wird dadurch irritiert und unterbricht dann mitten auf der Fahrbahn seine Flucht. 
  • Wechselt Wild über die Straße, beachten Sie beim Bremsen auch den rückwärtigen Verkehr.
  • Sehen Sie Wild, das in unmittelbarer Nähe zur Straße scheinbar unbeeindruckt verweilt, müssen Sie trotzdem damit rechnen, dass das Tier aufschreckt und plötzlich auf die Fahrbahn springt.
  • Ein Tier kommt selten allein über die Straße, rechnen Sie mit "Nachzüglern".
  • Beziehen Sie stets auch Faktoren wie Jahreszeit, Tageszeit, Fahrbahn und vor allem die Sichtverhältnisse in Ihre Fahrweise in wildreichen Gebieten ein.
  • Beobachten Sie besonders die Fahrbahnränder genau.
  • Halten Sie einen Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand.
  • Immer genügend Abstand zum Vordermann einhalten. Vielleicht muss dieser wegen Wild eine Vollbremsung machen.
  • Denken Sie daran: Tiere kommen auch von links!
  • Sollte eine Kollision unvermeidbar sein, versuchen Sie lieber die Spur zu halten, als auszuweichen. Beim plötzlichen Verreißen des Lenkrades kann es zu schwereren Unfällen kommen als bei einem Zusammenprall mit dem Tier.
  • Eine besondere Gefahr liegt bei Unfällen mit Rot- und Damwild: Da der Schwerpunkt dieser Tiere höher liegt als z.B. bei Wildschweinen, kann es passieren, dass sie bei einer Kollision über die Motorhaube hinweg gegen die Windschutzscheibe geschleudert werden. Deshalb auch hier wieder der Hinweis: Runter vom Gas in wildreichen Gebieten!

Was tun nach einem Zusammenprall?

  • Sollte es doch zu einem Zusammenprall gekommen sein, ist es wichtig, dass der Unfall sofort bei Polizei und/oder Jagdpächter gemeldet wird. Erst nach der Ausstellung der sog. Wildschadensbescheinigung haben Sie die Möglichkeit der ordentlichen Schadensregulierung.
  • Bestehen Sie auf eine umfassende Protokollierung des Unfalles, gerade dann, wenn das Tier nur verletzt wurde und nach der Kollision die Flucht ergriffen hat. Halten Sie eventuelle Schäden fotografisch fest.
  • Sie dürfen niemals ein verletztes Tier in ihrem Fahrzeug mitnehmen und zum Förster bringen, diese würde den Straftatbestand der Jagdwilderei erfüllen.
  • Bei einem Zusammenprall mit Haarwild (Rehe, Wildschweine, Füchse etc) wird der Schaden im Allgemeinen von der Teilkaskoversicherung übernommen. Bei Federwild machen einige Versicherungen Ausnahmen. Nur eine Vollkaskoversicherung deckt auch solche Schäden ab.
  • Kommt es zu einem Unfall in Folge eines Ausweichmanövers, entscheidet oftmals die Größe des Tieres darüber, ob der Schaden reguliert wird. Handelte es sich um ein Reh, zahlen die Versicherungen in der Regel auch Schäden, die durch das Ausweichen entstanden sind. War es jedoch z.B. nur ein Marder, der Ihren Weg kreuzte, so wird ein Ausweichen in diesem Fall rechtlich als unverhältnismäßig angesehen. Anders sieht es bei Motorradfahrern aus. Durch das Überfahren selbst eines kleinen Tieres kann das Motorrad in eine gefährliche Schräglage gelangen, deshalb werden hier Schäden, die durch ein eventuelles Ausweichen entstehen, als verhältnismäßig angesehen.

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