Winterreifen

Warum Winterreifen?

"Ich wohne doch auf dem flachen Land, und in den letzten Jahren hat's doch eh kaum geschneit. Außerdem fahre ich ja meistens nur kurze Strecken." So oder ähnlich rechtfertigen sich viele AutofahrerInnen bei der Frage, warum Sie im Winter auf Winterreifen verzichten und stattdessen lieber mit ihren Sommerreifen unterwegs sind.

Doch alle Ausreden können die physikalischen Veränderungen, die bei niedrigen Temperaturen, Matsch, Schnee und Eis auf den Straßen anzutreffen sind, nicht widerlegen.

Doch was zeichnet einen Winterreifen aus?

Äußerlich, auch für Laien erkennbar, haben Winterreifen immer ein anderes Profil, als Sommerreifen. Wenn man sich die Lauffläche eines Winterreifens ansieht, erkennt man sofort die vielen kleinen Lamellen, die die Profilblöcke durchziehen. Diese sorgen dafür, dass der Reifen sich besser mit dem Untergrund verzahnen kann. Diese Verzahnung hat bei winterlichen Wetterverhältnissen eine höhere Sicherheit bei Kurvenfahrten, sowie erheblich kürzere Bremswege im Gegensatz zu einem Sommerreifen zur Folge.

Für die Autofahrer nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber ebenso wichtig ist die Gummimischung der Reifen. Winterreifen haben immer eine weichere Mischung als Sommerreifen. Diese weichere Mischung sorgt dafür, dass das Gummi auch bei tieferen Temperaturen nicht verhärtet. Nur ein ausreichend weiches Gummi sorgt für den richtigen Grip auf der Straße.

Woran erkennt man einen richtigen Winterreifen?

Winterreifen werden heute als solche auch gekennzeichnet. Dies geschieht zum einen über das M+S Symbol auf der Reifenflanke. M+S steht für Matsch und Schnee (im Englischen Mud and Snow). Mit diesen Buchstaben werden seit den 1950er Jahren Reifen mit besonders grobstolligem Profil gekennzeichnet, die von den Herstellern als geeignet angesehen wurden, auch mit widrigen Wetter- und Straßenverhältnissen fertig zu werden. Leider gibt es für das Anbringen des Symbols keine rechtliche Grundlage und somit werden in einigen Ländern mittlerweile fast jeder Reifen die M+S Kennzeichnung aufweist, egal, ob es eine Winter- oder Sommerreifen ist.
Erst die Kombination aus M+W und einem Schneeflockensymbol lässt die Gewissheit zu, dass es sich tatsächlich um einen Winterreifen handelt. Die Schneeflocke erhält ein Winterreifen erst dann, wenn er einen standardisierten Test durchläuft und besteht. Demnach kann das Schneeflockensymbol als "Gütesigel" für einen Winterreifen angesehen werden.

Ab wann sollte man auf Winterreifen wechseln?

Natürlich gibt es keine Vorschrift, in welchem Zeitraum man auf Winterreifen umsteigen muss. Jedoch gibt es Hinweise die einen ungefähren Zeitraum zum Wechsel skizzieren. Fallen die Außentemperaturen über einen längeren Zeitraum auf  7 Grad und weniger, fängt ein Winterreifen an, seine Vorteile gegenüber einem Sommerreifen auszuspielen. Auch sollte man sich von höheren Tagestemperaturen bei strahlendem Sonnenschein nicht täuschen lassen, morgens und abends fallen die Temperaturen stärker als dies im Sommer der Fall ist.
Auch wenn momentan viel von einer allgegenwärtigen Klimaerwärmung gesprochen und geschrieben wird, der Winter wird uns in Deutschland noch einige Jahre treu bleiben. Da ist ein Winter mit etwas milderen Temperaturen noch lange kein Indiz dafür, dass wir in den nächsten Jahren gänzlich auf Winterreifen verzichten können
Schaut man sich den Jahrestemperaturverlauf in Deutschland an so kommt man zur Faustregel: Winterreifen von Oktober bis Ostern.

Auch sollte eine Kostenfrage nicht das für oder wider Winterreifen entscheiden. Gute Winterreifen sind heute preislich auf einem Niveau mit Sommerreifen. Oft sind sie sogar billiger. Zudem erhöht man durch den regelmäßigen Wechsel von Sommer- und Winterreifen die Lebensdauer beider Reifensätze.

Brauchen Geländewagen und SUVs ebenfalls Winterreifen?

Viele Besitzer von allradgetrieben Fahrzeugen sind der Meinung, dass der Antrieb aller vier Räder ausreichende Sicherheiten beim Fahren im Winter gewährleistet, zumal die meisten Off-Road-Fahrzeuge schon vom Werk mit grobstolligen Reifen ausgerüstet sind.
Natürlich bietet eine Vierradantrieb immer mehr Kontrolle über das Fahrzeug, jedoch machen tiefe Temperaturen der Sicherheit einen Strich durch die Rechnung. Die Gummimischung der Reifen verhärtet sich, verlängerte Bremswege und ein unzuverlässiges Lenkverhalten sind die Folge. Deshalb sollten auch Fahrer von Geländewagen und anderen allradgetriebenen Fahrzeugen auf das Schneeflockensymbol beim Kauf von Winterreifen achten.

Worauf sollte man bei Montage und Lagerung der Reifen achten?

Wenn die Zeit zum Wechsel gekommen ist, sollten Sie auf jeden Fall die Reifen einer Sichtkontrolle unterziehen, um zu vermeiden, dass beschädigte Reifen aufgezogen werden. Insbesondere sollten Sie die Profiltiefe kontrollieren. Ein Winterreifen sollt immer die Profiltiefe von 4 Millimetern aufweisen. Zwar liegt die europaweit gesetzliche Mindestprofiltiefe bei nur 1,6 Millimetern, jedoch warnen Experten davor, dass ein Winterreifen bei weniger als 4 Millimetern massiv seine Wintertauglichkeit einbüßen kann. Die für die Verzahnung mit dem Untergrund verantwortlichen Lamellen sind nicht mehr vollständig vorhanden und die Gummimischung kann sich verändern, wenn man sich der Mindestprofiltiefe nähert. Zur Erhöhung der Fahrstabilität verwenden Reifenhersteller unterhalb der Lauffläche härtere Gummimischungen, die sich bei weitem nicht so gut für den Einsatz im Winter eigenen, wie Winterreifen, die 4 Millimeter oder mehr aufweisen.

Bei der Lagerung der Winter- bzw. Sommerreifen sollten Sie darauf achten, dass die Position des Reifens - so wie er am Fahrzeug montiert war - mit Kreide gekennzeichnet ist. Die Reifen sollten vor der Einlagerung von Schmutz und Splitresten im Profil gereinigt werden. Der Lagerraum sollte kühl. trocken und dunkel sein. Wenn Benzin, Öl, Fette oder andere Chemikalien im selben Raum gelagert werden, könnte dies schon nach einer Saison das "Aus" für die gelagerten Reifen bedeuten.
Reifen auf Felge lagern sie am Besten auf einem speziellen Felgenbaum, Reifen ohne Felge sollten senkrecht auf dem Boden stehen und von Zeit zu Zeit gedreht werden, damit sie sich nicht "plattstehen".

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