Der Grünpfeil

Der Grünpfeil - nicht zu verwechseln mit dem Grünen Pfeil in einer Ampelanlage - ist laut Straßenverkehrsordnung ein Ergänzungsschild an einer Ampel, das dazu dient, Fahrzeugen, die an einer Kreuzung nach rechts abbiegen möchten, die Wartezeit zu verkürzen, auch wenn die Ampel auf rot steht.

Es besteht jedoch keine Pflicht zum Rechtsabbiegen, wenn dieses Zusatzschild montiert ist.

Im Prinzip verhält man sich bei einem Grünpfeil (Zeichen 720) wie bei einem STOP-Schild. Jedes einzelne Fahrzeug fährt bis zur Haltelinie vor, bleibt stehen und fährt erst nach rechts, wenn man sich versichert hat, dass man weder Fußgänger noch den Querverkehr behindert oder gefährdet.
Dies gilt auch, wenn die Querstraße, in die man einbiegen möchte, scheinbar vollkommen leer ist. Mann muss immer erst an der Haltelinie stoppen. Entspricht die markierte Haltelinie nicht der Sichtlinie (also dem Bereich von dem die Straße, in die eingebogen werden soll, komplett einzusehen ist), sollte an dieser Linie erneut abgestoppt werden um sicher zu gehen, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet wird.

Bei Missachtung dieser Regelungen drohen Geldbußen zwischen 35 (Querverkehr behindert) und 60 (Querverkehr gefährdet) Euro. Dazu können bis zu 3 Punkte im Flensburger Zentralregister kommen.

Der Grünpfeil ist eigentlich ein "Relikt" der ehemaligen DDR-Straßenverkehrsordnung. Dort wurde er bereits im Jahre 1978 eingeführt. Zur Wiedervereinigung 1990 wurden nicht alle Schilder rechtzeitig abgebaut. Mit einer Ausnahmeregelung sollten sie noch maximal ein weiteres Jahr Bestand haben. Auf Grund eines großen Widerstandes innerhalb der Bevölkerung gegen die Abschaffung wurde die Grünpfeil-Regelung jedoch im März 1994 als fester Bestandteil in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen. Zwischen 1999 und 2002 stiegen in westdeutschen Städten nach Schätzungen die Grünpfeil-Tafeln von ca. 300 auf ca. 2500.

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