Der Bahnübergang

Bahnübergänge sind laut Straßenverkehrsordnung "höhengleiche Kreuzungen der Verkehrsträger Straße und Schiene", die grundsätzlich mit einem Andreaskreuz gekennzeichnet sind und an den denen der Schienenverkehr immer Vorfahrt hat - und das mit gutem Grund. Während ein Pkw selbst bei Geschwindigkeiten um die 100 km/h nach ca. 40 Metern zum Stehen kommt, benötigt ein Zug bei gleicher Geschwindigkeit selbst bei einer Vollbremsung bis zu 1.000 Meter, um vollständig zum Stehen zu kommen.

Sicherungsarten von Bahnübergängen

Die Sicherungsart eines Bahnüberganges hängt auch rechtlich von drei verschiedenen Faktoren ab: 1. Art der Bahnstrecke (Hauptbahn/Nebenbahn), damit zusammenhängend 2. der Geschwindigkeit der Züge und 3. das Verkehrsaufkommen auf der kreuzenden Straße.
Je niedriger die Geschwindigkeiten der Züge und je geringer das Verkehrsaufkommen ist, desto niedriger sind die Anforderungen an die Sicherungsart.

Auch wenn gerade nach Unfällen der Begriff des "ungesicherten Bahnüberganges" zur Berichterstattung genutzt wird, gibt es diesen an keiner Kreuzung von Straße und Schiene in Deutschland. Ausschließlich an verkehrsarmen Strecken gibt es "nicht-technisch gesicherte Bahnübergänge". Das bedeutet, dass diese Bahnübergänge nicht mit einer Schranke und/oder Lichtzeichenanlage gesichert sind.
In jedem Fall wird in etwa 240 Metern vor dem Bahnübergang auf einen beschrankten oder nicht-beschrankten Bahnübergang hingewiesen. Im Abstand von 160 Metern folgen zwei zweistreifige Baken und nach weitern 80 Metern zwei einstreifige Baken, bevor unmittelbar vor dem Bahnübergang zwei Andreaskreuze folgen. Ein Blitzzeichen in der Mitte des Kreuzes weißt auf elektrische Oberleitungen hin.
Das Andreaskreuz signalisiert: Immer dem Schienenverkehr Vorrang gewähren!
Sollten die Abstände der Verkehrszeichen baulich bedingt von diesen Angaben abweichen, ist auf den Baken eine Meterangabe vorhanden.

Bahnübergänge mit höherem Verkehrsaufkommen werden wie folgt gesichert:

  • Schranken mit einer Lichtzeichenanlage
  • Lichtzeichenanlagen bzw. Blinklicht mit Halbschranken
  • Blinklichter oder Lichtzeichen

Bei den Lichtanlagen, ähnlich einer Ampel, entfällt das grüne Lichtzeichen, außer, der Bahnübergang ist in eine Straßenkreuzung oder -abzweigung integriert. Doch selbst bei einer Grünphase hat der Schienenverkehr Vorrang vor dem Straßenverkehr.

Verhalten an einem Bahnübergang

Wenn man sich einem Bahnübergang nähert, gilt immer eine erhöhte Aufmerksamkeit, deshalb:

  • immer die Geschwindigkeit drosseln und sich dem Bahnübergang mit maximal 50 km/h nähern.
  • jederzeit bremsbereit sein.
  • die Bahnstrecke nach beiden Seiten überblicken.
  • darauf achten, dass das Radio leise gestellt ist, falls ein Zugführer akustische Signale zur Warnung einsetzt.
  • immer anhalten, wenn sich ein Zug nähert, auch wenn dieser noch weit entfernt scheint. Oft wird die Geschwindigkeit eines herannahenden Zuges unterschätzt.
  • nach einem Zug noch einmal die Zugstrecke nach beiden Seiten überblicken, um auszuschließen, dass sich ein weiterer Zug nähert.
  • Vorsicht bei tiefstehender Sonne, schlechter Witterung oder in der Dämmerung. Warneinrichtungen und sich nähernde Züge sind in diesen Fällen schlechter zu erkennen.

Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn ein Feld-, Fuß- oder Waldweg die Bahnstrecke kreuzt, da an diesen Kreuzungen die Aufstellung von Andreaskreuzen nicht vorgeschrieben ist.

Ist ein Bahnübergang durch Lichtzeichen oder Blinklichter gesichert bedeutet ein rotes oder ein blinkendes Licht immer: "Anhalten!" Ein gelbes Lichtsignal bedeutet ebenfalls "Halt!" für alle, die sich dem Übergang nähern und "Räumen!" für alle Verkehrsteilnehmer, die sich beim Überqueren noch auf den Gleisen befinden.
Selbst wenn bei rotem Licht die Schranken noch nicht geschlossen sind, muss angehalten werden. Werden die Schranken wieder geöffnet, darf erst dann die Fahrt fortgesetzt werden, wenn das rote Licht erlischt. Vorsicht: Während einer Rotphase können auch immer mehrere Züge den Übergang passieren.

Sollte ein Bahnübergang auf Grund eines Rückstaus nicht passierbar sein, muss immer vor dem Andreaskreuz angehalten werden, selbst wenn sich in diesem Moment kein Zug nähert. Auf dem Bahnübergang und zehn Meter davor besteht ein absolutes Halteverbot.

Noch ein Tipp zum Schluss: Die Durchfahrt eines Güterzuges kann sich hinziehen. Beim Warten an einem Bahnübergang lohnt sich das Abschalten des Motors schon nach 20 Sekunden. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.

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