Illegale Drogen im Straßenverkehr

Kokain, Heroin, Cannabis und LSD: all dies sind illegale Drogen, deren Herstellung, Besitz (zum Teil), Verkauf und Konsum (zum Teil) verboten sind und unter Strafe stehen.
Viele dieser Drogen und der aus ihnen entstehenden Produkte führen häufig in schwere körperliche und seelische Abhängigkeiten.
Daneben führt der Drogenkonsum auch zu anderen Symptomen, die ihn gefährlich für den Straßenverkehr machen.

Im Folgenden werden die wichtigsten illegalen Drogen und ihre Auswirkungen erläutert:

1. Cannabis


Diese Droge wird aus Teilen der blühenden weiblichen Hanfpflanze gewonnen und zumeist zu Marihuana (Tabak aus den getrockneten Blüten und Blättern) und Haschisch (Harz aus den Drüsen der oberen Laubblätter) verarbeitet. Beides wird rauchend in den unterschiedlichsten Formen konsumiert, als Zigarette, in einer Wasserpfeife, etc. Teilweise wird es aber auch unter Nahrungsmittel wie z.B. Kekse oder Joghurt gemischt.
Die Gesetzeslage rund um den Cannabis ist nicht ganz eindeutig. Der Anbau, die Verarbeitung und der Verkauf sind strafbar, der Eigenkonsum jedoch nicht. Bei Besitz von geringen Mengen wird zumeist die Anklage fallengelassen, wobei es keine bundesweite Regelung zur Größe der geringen Menge gibt (sie liegt zwischen 5 und 7 Gramm). Über das Suchtpotential gibt es in der Wissenschaft noch keine gesicherten Erkenntnisse. Langfristiger Konsum kann aber definitiv zu Apathie, verminderter Willensstärke und verringerter Frustrationstoleranz führen.

Der Hauptwirkstoff in Cannabis ist das THC (Tetrahydrocannabiol). Seine Beeinflussung auf den menschlichen Körper sind vor allem seelische Veränderungen. Die komplette Wahrnehmungsfähigkeit kann verändert werden. Konsumenten haben oft das Gefühl Farben, Klänge, Gerüche etc. intensiver wahrzunehmen. Cannabiskonsumenten sind nach der Einnahme leicht ablenkbar, innerlich unruhig und verwirrt. Die Bewegungskoordination kann gestört werden. Physisch führt der Konsum cannabishaltiger Produkte zu einer starken Anregung des gesamten Kreislaufes, was für Herzkranke ein erhöhtes Risiko darstellt. All dies sind Faktoren, die eine Teilnahme am Straßenverkehr ausschließen.

2. Kokain


Diese Droge wird aus den Blättern der Coca-Pflanze gewonnen und kommt als Pulver, welches durch die Nase ‚geschnupft’ wird auf den Markt. Die Folgen dieser Droge sind Halluzinationen, Pupillenerweiterung, Pulsbeschleunigung.
Der Konsument gelangt zumeist kurz nach der Einnahme in eine euphorische Hochstimmung, die später in einen massiven Rauschzustand, in dem sich die komplette Wahrnehmung des Konsumenten verändern kann, führt. Am Ende kann es zu starken depressiven Verstimmungen kommen.
Aus diesem Verlauf heraus ist das Risiko für die Teilnahme am Straßenverkehr unter dem Einfluss von Kokain ein unberechenbares Risiko.
Auch das aus Kokain, Backpulver und Wasser hergestellte ‚Crack’ hat ähnliche, wenn nicht sogar stärkere Auswirkungen als reines Kokain nach der Einnahme.

3. Heroin


Eine weitere illegale Droge ist das Heroin. Diese Droge wird aus dem Grundstoff Opium gewonnen, die wiederum aus dem Milchsaft der unreifen Kapseln des Schlafmohns hergestellt wird.
Heroinkonsum kann im Straßenverkehr zu folgenden Auswirkungen führen: Schlangenlinien-Fahren, Erschöpfung bis zur Apathie, starke Ermüdung, Verlangsamung von Bewegungsmöglichkeiten und des Reaktionsvermögens etc.

4. LSD


Das LSD wurde 1943 durch Zufall in einem Pharma-Labor entdeckt und war bis 1966 als Medizin auf dem Markt. Heutzutage wird es illegal hergestellt und in flüssiger Form auf Trägersubstanzen (Pappe, Zucker etc.) illegal verkauft. Der Konsum von LSD führt zu heftigen Halluzinationen. Die Realität der Konsumenten wird vollkommen verzerrt. Dazu kommen Bewegungsstörungen und weitere Ausfallerscheinungen. Eine aktive Verkehrsteilnahme unter LSD-Einfluss ist, wie unter dem Einfluss aller anderen illegalen Drogen, extremst gefährlich.

5. Amphetamine und Ecstasy


Diese Aufputschmittel senken massiv das Risikoempfinden und führen dazu, dass man kein Müdigkeitsgefühl mehr hat. Dadurch kommt es zu Fehleinschätzungen des eigenen Könnens, was eine enorme Einschränkung der Fahrtüchtigkeit zur Folge hat.

Von insbesondere den unter Punkt zwei bis fünf erwähnten Drogen geht ein enormes körperliches und seelisches Suchtpotential aus.

Sollte man sich dennoch unter Drogeneinfluss - das gilt für alle illegalen Drogen - hinter das Steuer eines Fahrzeuges setzen, riskiert man neben seinem Leben und dem anderer Verkehrsteilnehmer drastische Strafen. So liegen die Bußgeldsummen - ähnlich wie bei Fahren unter Alkoholeinfluss - zwischen 250€ und 750€, bis zu drei Monaten Führerscheinentzug und vier Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister. Im Wiederholungsfall werden die Strafen erheblich erhöht.
Die gleichzeitige Einnahme von illegalen Drogen und Alkohol - oft bei jüngeren Erwachsenen - lässt die Wirkungen und Wechselwirkungen unberechenbar werden. Dies stellt eine weitere nicht zu unterschätzende Gefahr für den Straßenverkehr dar.

Die Polizei kontrolliert auch immer häufiger, ob die Straßenverkehrsteilnehmer neben Alkohol auch andere Drogen zu sich genommen haben. Diese können mit Schnelltests vor Ort nachgewiesen werden. Für die verschiedenen Drogen gibt es verschiedene Teststreifen, auf die eine wenig Urin gegeben wird. Durch Verfärbungen kann man das Ergebnis ablesen. So kann man z.B. bei Cannabis einen regelmäßigen Konsum noch bis zu 3 Monate, einen gelegentlichen Konsum noch ca. 20 Tage nach der letzten Einnahme im Urin nachweisen. Ein weiterer Test ist das so genannte „Drugwipe“. Hierbei reicht etwas Speichel oder Schweiß aus, der dann ebenfalls auf einen Teststreifen gegeben wird. Sollte einer dieser Tests positiv ausfallen, wird zur Bestätigung ein Bluttest durchgeführt.

Ansprechpartner

Jan Phillip Denkers
denkers@landesverkehrswacht.de

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