Schulbus auf Füßen

„Schulbus auf Füßen“ ( „Walking Bus“)

Der Schwerpunkt der landesweiten Schulanfangsaktion steht dieses Jahr unter dem Motto „Vor dem ABC: Schulweg üben“ und betont die Rolle der Eltern als Vorbild. Die Eltern sollen motiviert werden, den Schulweg mit ihren Kindern rechtzeitig zu üben.

„Das Projekt „Schulbus auf Füßen“ ist eine hervorragende Alternative, dieses Motto mit Leben zu erfüllen und wird daher fortgesetzt“ sagt Joachim Ehlers, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Polizeiinspektion Celle. Dazu haben sich die örtlichen Projektträger Polizei, Stadtelternrat und Verkehrswacht entschlossen, nachdem die Aktion im letzten Jahr äußerst viel versprechend anlief.

Inhaltlich zielt das Projekt darauf ab, dass Kinder gemeinschaftlich zu Fuß zur Schule gehen und dabei den Schulweg spielerisch erlernen. Drei Grundschulen haben in der Stadt Celle die Idee umgesetzt. In Garßen, Klein Hehlen und am Waldweg laufen jeweils mehrere Buslinien, die von den Kindern gut angenommen werden. Es gibt sogar bunte Haltestellenschilder.

„Natürlich kann man das Netz noch weiter ausbauen, aber wichtig ist, dass überhaupt ein Anfang gemacht wurde“ so der Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizei. „Wir empfehlen dringend auch anderen Schulen, dieses Projekt aufzugreifen, denn diese Aktion bietet unendlich viele Vorteile“ ergänzt Helmut Genthe, Geschäftsführer der Verkehrswacht Celle. Es führt nicht nur zu mehr Schulwegsicherheit, sondern fördert auch die Gesundheit der Kinder und verringert das Verkehrsaufkommen vor den Schulen. Außerdem ist jeder Weg, der zu Fuß zurückgelegt wird, eine Entlastung für die Umwelt. Nach Ansicht der Projektinitiatoren ist es auch der einzige Ausweg, um den allmorgendlichen und mittäglichen „Rush Hour“ Verkehr vor den Schulen in den Griff zu bekommen. Immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Hierdurch erhöht sich das Verkehrsaufkommen vor den Schulen, und es entstehen zusätzliche Gefahren für die Kinder. Mittlerweile werden ca. 30% der 6- bis 9-jährigen mit dem Auto befördert und dies häufig bei einer Entfernung von weniger als 1000m zwischen Elternhaus und Schule.

„Da spielen sich vor vielen Schulen unglaubliche Szenen ab, die Eltern parken kreuz und quer durcheinander und gefährden damit ihre eigenen Kinder“, berichtet Jörg Paczia, Vorsitzender des Stadtelternrates. Darüber hinaus werden nach Angaben der Polizei die Kinder in den Autos ihrer Eltern häufig nicht richtig gesichert. Geschwindigkeitsüberschreitungen in Verkehrsberuhigten Zonen sind ebenfalls keine Seltenheit. Ein weiterer Aspekt, so Ehlers, werden Kinder kaum selbständiges Verhalten im Straßenverkehr erlernen, wenn sie ständig von den Eltern gefahren werden. Diese Kinder können sich nicht selbständig im Straßenverkehr bewegen und seien daher extrem unfallgefährdeter als andere.

„Wir appellieren daher dringend an die Eltern, ihr Kind zu Fuß zur Schule zu bringen und die Aktion „Schulbus auf Füssen“ zu unterstützen. Die Polizei, Verkehrswacht und Stadtelternrat bieten dabei ausdrücklich Hilfe und Zusammenarbeit an.“ so die Initiatoren..

Quelle: Celle heute

Den Prospekt "Schulbus auf Füßen" gibt´s hier.  (1.9 MB)

 

Auch die Cellesche Zeitung berichtete...

Start der Aktion "Schulbus auf Füßen"

„Manchmal nervt es schon, wenn man auf die anderen warten muss“, sagt Schülerin Katharina Franz lachend. Zusammen mit anderen Kindern der Waldwegschule ist sie täglich im „Schulbus auf Füßen“ zum Unterricht unterwegs. „Wir gehen bei jedem Wetter“, fügt Shanice Bahrenscheer hinzu. „Der Schulbus ist schon ganz ok.“

CELLE (bjs). Etwas präziser formuliert es Joachim Ehlers. „Wenn Kinder in der Gruppe zur Schule gehen, dann ist das die sicherste Art, um dort unbeschadet anzukommen“, so der Verkehrssicherheitsberater im Präventionsteam der Celler Polizei. „Sie sind besser zu erkennen als einzelne Kinder. Auf Fahrrädern oder in den Autos der Eltern passieren mehr Unfälle.“

Nicht umsonst stehe die Schulanfangsaktion der Verkehrswacht unter dem Motto „Vor dem ABC: Schulweg üben“. Mit dem Schulbus auf Füßen lernen Kinder spielerisch den Schulweg, „er ist also eine hervorragende Möglichkeit unser Motto mit Leben zu erfüllen und trägt inzwischen auch im Landkreis Celle Früchte“, so Ehlers.

Die Waldwegschule sowie die Grundschulen in Klein Hehlen, Garßen und die Hinrich-Wolf Grundschule Bergen sind schon länger mit ihren bunten Haltestellenschildern dabei, in Hambühren und Winsen gebe es starkes Interesse.

Letztlich hänge alles von der Elternbeteiligung ab. Ehlers: „Die Schulen können diesen Schulbus leider gar nicht alleine organisieren.“ Juliane Theis hat schon ihre ältere Tochter im Schulbus auf Füßen begleitet, nun ist sie wieder dabei. „Wenn sich die Kinder gefunden haben, klappt das wunderbar. Am Anfang sind sie natürlich noch unsicher in manchen Situationen, aber dafür sind wir ja da.“ Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet:

www.stadtelternrat-celle.de

Quelle: CZ Autor Björn Schlüter am 05.08.2010

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