Aus der Braunschnweiger Zeitung vom 22. November 2011

Sicherheit für Senioren im Bus

Verkehrswacht und Polizei geben Tipps zum Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln

Von Karsten Mentasti

WESTLICHER RING. Mit Tipps zum richtigen Verhalten für Senioren beim Fahren mit Bus und Straßenbahn hat die Verkehrswacht in Zusammenarbeit mit der Polizei ihr Schulungsangebot für Verkehrsteilnehmer erweitert.

"Neben Hilfen für die richtige Benutzung von Rollatoren ist das ein weiterer Baustein, um die Mobilität von alten Menschen, die zum Beispiel in Seniorenheimen wohnen, zu erhalten", erklärte die Vorsitzende Heidrun Möbius.

Etwa einmal pro Quartal soll künftig in unterschiedlichen Stadtteilen mit Senioren geübt werden, um ihnen trotz körperlicher Einschränkungen die Angst vor Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln zu nehmen. "Aus Gesprächen mit Senioren wissen wir, dass sich Ältere davor fürchten, dass die Türen sich schließen und sie einklemmen", so Möbius weiter.

"In Gummilippen der Türen sind Drähte enthalten"

"Das kann nicht passieren, weil in den Gummilippen der Türen Drähte enthalten sind, so dass Verformungen umgehend dafür sorgen, dass sich die Türen wieder öffnen", berichtete Martin Zimmermann, bei der Brauschweiger Verkehrs AG zuständig für Aus- und Fortbildung.

Sollte die Tür verfrüht schließen, rät er dringend, nicht in Panik zu verfallen. "Es passiert immer wieder, dass Senioren vor Schreck hinfallen, wenn sie fürchten, eingeklemmt zu werden", erklärte Polizei-Verkehrssicherheitsberater Egon Burschepers.

Bei der Schulung mit Teilnehmern aus dem Seniorenzentrum Tuckermannstraße und der St.-Johannis-Gemeinde berichtete der Oberkommissar, 2010 seien die Hälfte der mit Rollatoren aktenkundig gewordenen Unfälle in Bussen und Bahnen passiert.

Von Zimmermann und Burschepers, der übrigens seinen Kopf zu Testzwecken zwischen eine sich schließende Bus-Flügeltür steckte und dadurch ein automatisches Öffnen der Türen bewirkte, gab es sinnvolle Tipps. Die wichtigsten sind nebenstehend aufgeführt.

Verkehrswacht bietet Schulungsnachmittag an

Wer Interesse an Vorträgen von Oberkommissar Egon Burschepers zum Thema Sicherheit in Bussen und Bahnen hat, kann sich im Polizeikommissariat Süd unter Telefon 05  31/4  76-35  26 melden.

Ein Schulungsnachmittag mit Praxisteil kann mit der Verkehrswacht, Telefon 05  31/3  90  72  22, abgesprochen werden.

Acht Tipps für das sichere Fahren in Bus und Bahn

1  Wer mit Rollator, Krücken oder aus anderen Gründen unsicher unterwegs ist, sollte bei der Busankunft mit dem Fahrer Blickkontakt aufnehmen, zum Beispiel winken.

2  Einsteigen möglichst nicht vorn, sondern durch die zweite Tür mit abgesenktem Teil. Zudem könnte in den meisten Bussen durch Helfer eine Rampe aufgeklappt werden. Die zweite Tür ist durch den Fahrer sehr gut einsehbar.

3  Bei Gelenkbussen nie hinten einsteigen, weil der Fahrer den Bereich schlecht einsehen kann.

4  Während der Fahrt nie auf dem Rollator Platz nehmen. Der Schwerpunkt liegt dann besonders hoch, es besteht die Gefahr umzukippen, falls scharf gebremst wird.

5  Über die Kante zwischen Bordstein und Niederflurbus nicht schräg einsteigen, weil die Gefahr besteht, sich in der Lücke zu verhaken.

6  Ticket bereithalten und gleich entwerten, damit unnötig häufiges Aufstehen vermieden wird.

7 Wer Hilfe beim Ein- oder Aussteigen braucht, kann sich frühzeitig - beim Warten auf den Bus oder vor dem Aussteigen - auch an Mitfahrer wenden, die den Fahrer eventuell lautstark aufmerksam machen oder anders helfend eingreifen.

8 Hand- und andere Taschen sollten nicht vorn am Rollator verstaut, sondern umgehängt und vor dem Körper getragen werden.

 

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