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Kleine Füße – sicherer Schulweg: zur Schule möglichst zu Fuß

Pistorius zum Schulstart in Niedersachsen: „Alle Verkehrsteilnehmer müssen in den kommenden Tagen und Wochen besondere Rücksicht auf die Erstklässlerinnen und Erstklässler nehmen.“

In Niedersachsen beginnt heute das neue Schuljahr, und damit startet auch für rund 73.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler das Abenteuer Schule. Viele von ihnen werden in den kommenden Tagen und Wochen alleine im Straßenverkehr unterwegs sein. Um alle Verkehrsteilnehmenden für diese besondere Situation zu sensibilisieren, veranstaltet das Land Niedersachsen seit über 20 Jahren die Aktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg“.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat vor diesem Hintergrund heute in der Grundschule Voxtrup in Osnabrück die diesjährigen Schwerpunktthemen der Verkehrssicherheitsaktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg: zur Schule möglichst zu Fuß“ vorgestellt. Mit dabei waren auch Fritz Buchtmann, Vorstandsmitglied für Verkehr beim ADAC (Weser-Ems e.V.), Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V., und Hartmut Manitzke, stellvertretender Geschäftsführer des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover. Diese Kooperationspartner sind eingebunden in die jährliche Aktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg“ des Niedersächsischen Kultusministeriums, des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport.

„Wir wollen alle, die im Straßenverkehr unterwegs sind, für diese besondere Situation sensibilisieren. Wir werben heute für ein umsichtigeres Miteinander im Straßenverkehr, und ich bitte alle Autofahrer, Fußgänger und Fahrradfahrer, die Augen offen zu halten und verstärkt auf Kinder Rücksicht zu nehmen. Das Ziel unserer gemeinsamen Aktion ist, dass die Kinder so schnell wie möglich die Gefahren im Straßenverkehr kennenlernen und sich möglichst bald selbstständig und sicher im Straßenverkehr bewegen können. Es ist großartig, dass ihnen dabei auch in diesem Jahr wieder viele Schulweglotsen mit Rat und Tat zur Seite stehen werden“, sagte Minister Pistorius bei der heutigen Veranstaltung

In diesem Jahr wird mit einem neuen Flyer verstärkt für die Beteiligung am Schulweglotsendienst ab dem 13. Lebensjahr geworben – möglich ist die wertvolle Tätigkeit aber im Prinzip für alle Altersklassen. „Seit 1953 gibt es Schulweglotsen in Niedersachsen – seitdem hat es an den von ihnen gesicherten Übergängen keinen einzigen schweren oder tödlichen Unfall mehr gegeben. Alle Schülerinnen und Schüler, aber auch die Eltern und andere Erwachsene leisten als Schulweglotsen einen extrem wichtigen Beitrag für die Sicherheit auf den Schulwegen in ganz Niedersachsen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir noch viele Interessierte dafür gewinnen können, sich in diesem Ehrenamt zu engagieren“, so Pistorius weiter.

Der Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V., Heiner Bartling, ergänzt: „Insgesamt fast 4.000 Schüler- und Elternlotsinnen und -lotsen sind in Niedersachsen ehrenamtlich im Einsatz. Bei jedem Wetter und bereits am frühen Schulmorgen helfen sie den Kindern beim sicheren Überqueren der Fahrbahn oder begleiten sie im Bus zur Schule. Obwohl die Zahl sehr hoch ist, fehlen immer noch an vielen Schulen Lotsinnen und Lotsen, die insbesondere die Neulinge im Straßenverkehr beim Überqueren der Fahrbahn unterstützen. Wir wünschen uns, dass an jeder Grundschule Lotsinnen und Lotsen aktiv werden und freuen uns über jeden neu eingerichteten Lotsendienst. Wir unterstützen Initiativen vor Ort gern mit Wissen, Ausrüstung und Versicherung.“
Neben dem Schulweglotsendienst gibt es weitere Varianten, den Schulweg für alle ein Stück weit sicherer zu gestalten und gerade auch den Erstklässlerinnen und Erstklässlern den Einstieg in den Schulalltag zu erleichtern. Eine Möglichkeit ist der sogenannte „WalkingBus“. Mittlerweile gehen deutschlandweit, so wie in Osnabrück, täglich viele Kinder mit dem so genannten „WalkingBus“ zur Schule. Hierbei handelt es sich um eine „Gehgemeinschaft“, die wie ein Linienbus nach einem festen Fahrplan verschiedene Haltestellen „anläuft“ und am Ende gemeinsam die Schule erreicht. Die „Busfahrer“ sind zumeist Ehrenamtliche, die den Kindern als Ansprechpartner und Wegbegleiter dienen. Sie vermitteln ihnen die wichtigsten Verkehrsregeln und sorgen dafür, dass jedes Kind sicher die Schule erreicht. Gleichzeitig dient diese Maßnahme dazu, das durch die sogenannten „Elterntaxis“ verursachte Verkehrschaos zu den Bring- und Abholzeiten vor Schulen einzudämmen sowie zur Gesundheitsförderung beizutragen, indem sich die Schüler im Alltag mehr bewegen.

In der Grundschule Voxtrup wird diese Methode bereits seit längerer Zeit erfolgreich und mit immer größerer Akzeptanz angewendet. Für die 120 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Voxtrup sind mittlerweile fünf „Schulbuslinien-auf-Füßen“ eingerichtet, die von insgesamt 45 ehrenamtlichen Lotsen betreut werden.

Neben den verschiedenen Maßnahmen einer sicheren Schulwegbegleitung, sollten sich auch die Eltern mit der Vorbereitung ihrer Kinder auf den Schulalltag intensiv beschäftigen. „Eine gute Vorbereitung auf den Schulweg ist die Grundlage dafür, dass Kinder wohlbehalten zur Schule kommen. Eltern sollten sich ausreichend Zeit nehmen, vorab den sichersten Schulweg mit ihren Kindern regelmäßig zu trainieren“, betont Fritz Buchtmann, Vorstandsmitglied für Verkehr des ADAC Weser-Ems in Bremen. „Natürlich spielen die übrigen Verkehrsteilnehmer ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese fordert der ADAC zu besonderer Vorsicht und Rücksichtnahme auf, denn die Schulanfänger sind im Straßenverkehr schnell überfordert. Sie müssen erst noch lernen, schwierige Situationen zu meistern und Gefahren rechtzeitig zu erkennen“, so Buchtmann weiter.

Verkehrswachten

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