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Kindersitze austauschen!

Ab Dienstag, den 8. April 2008, gilt eine neue Vorschrift zur Beschaffenheit von Kindersitzen. Dann dürfen nur noch Kindersitze mit der Prüfnorm ECE-R 44/03 und ECE-R 44/04 benutzt werden. Kindersitze mit den Prüfnormen ECE-R 44/01 und ECE-R 44/02 erfüllen die aktuellen Sicherheitsstandards nicht und dürfen daher nicht mehr verwendet werden. Die Regelung gilt europaweit.

Seit dem 1. April 1993 gilt in Deutschland für Kinder bis zu 12 Jahren eine generelle Sicherungspflicht in Kraftfahrzeugen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) teilt mit, dass die Gesamtsicherungsquote im Durchschnitt bei 97 Prozent liegt, wobei die Sicherung bei innerörtlichen Fahrten und bei Fahrten auf Landstraßen schlechter ausfällt als bei Fahrten auf der Autobahn. Auf diese zunächst positive Bilanz fällt ein Schatten, wenn auch die Qualität der Sicherung betrachtet wird. Dann fällt auf, dass viele Kinder falsch und nicht altersgerecht gesichert sind. Beispielsweise ist in der Altersgruppe ab sechs Jahren nahezu jedes vierte Kind mit einem Erwachsenengurt gesichert, vier Prozent sind gänzlich ohne Halteschutz.

Der Präsident der Deutschen Verkehrswacht Kurt Bodewig, MdB und Bundesminister a.D., zu diesem Thema: „Nach Beobachtungen und Befragungen der Unfallforschung der Versicherer sind rund zwei Drittel aller Kinder im Auto entweder gar nicht oder falsch gesichert. Das Risiko, das sich daraus für ihre Kinder ergibt, scheinen viele Eltern nicht zu kennen: Unfalluntersuchungen haben gezeigt, dass ungesicherte Kinder bei einem Autounfall ein siebenmal höheres Risiko haben, schwer oder sogar tödlich verletzt zu werden, als gesicherte.“

Bei der Auswahl des richtigen Schutzsystems müssen Eltern Gewicht und Größe ihres Kindes berücksichtigen und die Vorschriften zum richtigen Einbau und zur korrekten Sicherung des Kindes beachten. Wer nachprüfen will, ob der aktuell benutzte Kindersitz der neuen Norm entspricht, erkennt dies an der mehrstelligen Prüfnummer, die auf einem weißen oder orangefarbenen Label an jedem Kindersitz angebracht ist. Bodewig: „Kinder können sich nicht selbst schützen, daher dürfen sich Eltern keine Nachlässigkeit leisten. Wer feststellt, dass der gerade benutzte Kindersitz nicht den neuen Richtlinien entspricht, sollte zum Wohl seines Kindes umgehend einen neuen kaufen.“

Verantwortlich für die Kindersicherung im Auto ist immer der Fahrer. Die genaue Angabe über die jeweilige Prüfnorm des Kindersitzes kann man der Bedienungsanleitung entnehmen. Verstöße gegen die gesetzliche Sicherungspflicht werden mit einem Verwarnungsgeld (mindestens 30 Euro) oder einem Bußgeld (mindestens 40 Euro) mit Punkteeintrag in Flensburg geahndet.

Eine genaue Anleitung zum Lesen der Prüfzeichen gibt es hier...

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