Mit dem Auto sicher und entspannt in den Urlaub Die Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. gibt Tipps für eine sichere ReiseplanungHannover, 17. Juni 2010 (LVW) - Ferienzeit ist Reisezeit: In der nächsten Woche beginnen die Sommerferien in Niedersachsen und dann sind landes- und bundesweit Millionen Menschen mit dem Auto oder Wohnmobil auf dem Weg in den Urlaub. Damit der Start in den Urlaub entspannt verläuft, ist eine geplante Vorbereitung besonders wichtig und schützt durch das Beachten von einfachen Tipps der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. vor unliebsamen Überraschungen auf der Fahrt. Damit die Technik auf einer längeren Fahrt nicht schlapp macht, empfiehlt sich zunächst ein gründlicher Fahrzeug-Check. Bremsflüssigkeit, Ölstand, Scheibenwaschanlage, Kühlwasser, Reifendruck und Profiltiefe (inklusive des Reserverades) und eine funktionierende Beleuchtung können von jedem Fahrer selbst kontrolliert werden. Eine Prüfung der Elektronik, der Bremsen und der Stoßdämpfer sollte ein Fachmann übernehmen. Dieses muss nicht teuer sein, denn viele Werkstätten bieten in der Reisezeit spezielle Urlaubsaktionen für einen umfassenden Check an. Das Gepäck sollte sicher verstaut und die Zuladungsgrenzen beachtet werden. Gerade letztere ist bei einem Familienurlaub schnell erreicht und wird leider oft nicht beachtet. Beim Beladen sollte darauf geachtet werden, dass Gepäck im Wageninneren gut gesichert ist, damit es bei schnellen Richtungswechseln und plötzlichem Bremsen durch das "Herumfliegen" keinen Insassen gefährdet. Mit Zuggurten hat man vielfältige Möglichkeiten Gepäckstücke abzusichern. Sollte die Rückbank nicht durch Mitfahrer belegt sein, dann sind gerade die Plätze hinter der Rückenlehne der Vordersitze am sichersten, weil dort gelagerte Gepäckstücke im Falle eines Unfalles keine hohen Geschwindigkeit aufbauen können.Achten Sie darauf, dass Sie Taschen und Koffer möglichst aufrecht und nicht in Schichten lagern, da sie so einen festeren Stand haben und im Falle eines Unfalls oder einer Notbremsung nicht so leicht durch das Fahrzeug schießen können. Kleinteile auf der Hutablage sollten anderweitig untergebracht werden, damit sie im Falle einer Kollision nicht zu Wurfgeschossen werden. Bei einem Aufprall mit 48 km/h schlagen nicht gesicherte Gegenstände mit dem 50-fachen ihres Gewichtes auf. So entwickelt ein Handy von 300 Gramm ein Gewicht von 15 Kilogramm. Warndreieck und Verbandskasten (Wichtig: auf Verfallsdatum achten) sollten jedoch schnell zur Hand sein, damit Sie im Notfall ohne Zeitverlust zum Einsatz kommen können.Falls Sie ein Kombi-Fahrzeug haben, sollten Sie ein Trenngitter zwischen Kofferraum und Rücksitzen installieren, um so mehr Sicherheitsreserven zu bekommen.Wichtig ist bei allem die gleichmäßige Gewichtsverteilung des Gepäcks - schwere Teil nach unten und möglichst nah an die Rückbank - und die freie Sicht in die Spiegel, um so die Rundumsicht nicht zu behindern.Dachgepäckträger für zusätzliches Gepäck oder Fahrräder müssen sicher und nach Anleitung des Herstellers montiert sein. Das Gewicht darf die zulässige Dachlast nicht überschreiten und auch das Fahrzeuggesamtgewicht sollten Sie nicht aus den Augen verlieren. Wenn Lasten auf dem Dach transportiert werden, ändert sich der Schwerpunkt des Fahrzeuges und die Seitenwindanfälligkeit wird erhöht. Das verändert das Fahrverhalten und der Spritverbrauch kann um bis zu 20 Prozent steigen. Außerdem ist je nach Zuladung ein anderer Reifendruck nötig. Die entsprechenden Werte finden sich oftmals in der Tankklappe oder im Türpfosten auf der Fahrerseite sowie in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeuges.Ratsam ist es außerdem, eine Warnweste (in vielen Ländern Pflicht) mit an Bord zu haben. Ein Abschleppseil, Starthilfekabel und eine Taschenlampe sind zwar keine Pflicht, können aber durchaus hilfreich sein. Zur guten Reiseplanung gehört auch, sich über die Verkehrsregeln und die vorgeschriebene Fahrzeugausstattung im jeweiligen Urlaubsland zu informieren. Das vermeidet im Voraus Ärger und schont dabei die Urlaubskasse. Lange Autofahrten sind auch und gerade für Kinder anstrengend. Neben der Sorge um die Unterhaltung und das Wohlbefinden der Kinder, sind die Sicherheitsvorkehrungen für die Kindersitze von höchster Bedeutung. Egal, ob Ihr Kind noch ein Säugling oder bereits ein Teenager ist: es muss immer angeschnallt sein und darf auf keinen Fall nur auf dem Schoß oder im Arm anderer gehalten werden. Sind Kinder mit auf Reisen, empfehlen sich ohnehin häufigere Pausen. Spielsachen für die Kleinen sollten während der Fahrt griffbereit sein, um von der Monotonie der Autofahrt abzulenken. Während der Urlaubsreise sollte auf leichte und vitaminreiche Kost geachtet werden, verzichten Sie auf Currywurst und Pommes zugunsten eines Apfels, denn ein schwerer Magen macht sich nicht gut hinter dem Steuer. Bei warmen bis heißen Temperaturen ist es vor allem wichtig, ausreichend zu trinken, sonst leidet die Konzentrationsfähigkeit. Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen oder Tee sind erfrischende Durstlöscher. Ärger und Stress durch Staus vermeidet, wer auf den Verkehrsfunk achtet und Stoßzeiten umgeht. Auch wenn heute in fast jedem Fahrzeug ein Navigationsgerät vorhanden ist, sollte eine detaillierte Routenplanung, die auch Informationen über Baustellen oder Ausweichstrecken auf der Urlaubsstrecke enthält, ebenfalls zur gründlichen Reisevorbereitung gehören. Wer gut vorbereitet und ohne Zeitdruck startet und die Anreise bereits gelassen als Teil des Urlaubs betrachtet, hat die besten Chancen, sicher und entspannt ans Urlaubsziel zu kommen. Und nur so besteht die Möglichkeit sich fit und ausgeruht hinter das Lenkrad zu setzen. Damit das auch bei längeren Touren so bleibt, sollte spätestens alle zwei Stunden eine Pause von 20 bis 25 Minuten eingelegt werden und der Körper ein wenig gelockert und bewegt werden, damit der Faktor Müdigkeit nicht zur – leider immer noch häufigen - Unfallursache wird. Ansprechpartner: Jan Phillip Denkers, Tel. 0511-35772624, denkers@landesverkehrswacht.deWeitere Informationen zum Thema finden Sie auch im Internet unter: www.landesverkehrswacht.de/ratgeber/auto-urlaub