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Helfen statt Gaffen

Das Keyvisual der Kampange finden Sie weiter unten zum Download in hoher Auflösung.

Am Mittwoch, den 21. Juni , hat Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, die Verkehrssicherheitskampagne „HELFEN STATT GAFFEN“ auf der TuR-Anlage Lehrter See an der A 2 vorgestellt. In Niedersachsen starten – wie in den kommenden Tagen und Wochen in weiteren Bundesländern - die Sommerferien. Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, und weitere Partner haben den Ferienanfang in Niedersachsen zum Anlass genommen, gemeinsam an die Öffentlichkeit zu appellieren, auch bei möglicherweise stressigen Autofahrten wachsam für die Notsituationen anderer zu bleiben.

Bei der Kampagne kooperiert das Innenministerium mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V., dem ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, der Johanniter Unfall-Hilfe e.V., dem Landesfeuerwehrverband sowie der Polizei Niedersachsen.

Immer öfter hört man in den Nachrichten oder liest es in der Zeitung: Gaffer behindern Rettungskräfte bei der Versorgung der Verletzten! Die Menschen schauen nicht nur aus eigener Neugier, sondern sie nehmen Fotos und Videos auf, um zum Geschichtenerzähler zu werden – auf Kosten der Opfer. Und oft geht es um Leben und Tod, doch Gaffer haben nur eines im Sinn: spektakuläre Fotos und Videos.

„Wer schon einmal eine Panne hatte oder an einem Unfall beteiligt war, weiß wie wichtig es ist, schnelle und effektive Hilfe zu erhalten“ so der Minister. „HELFEN STATT GAFFEN“ steht dabei für zahlreiche Möglichkeiten, mit denen wirklich jeder in Notfällen helfen kann. Einfache aber effektive Maßnahmen sind etwa das Absetzen eines Notrufes, die Einleitung Erster Hilfe Maßnahmen oder die Bildung einer Rettungsgasse“.

Der Bereichsleiter für Einsatzdienste der Johanniter im Landesverband Niedersachsen/Bremen, Thorsten Ernst sagt hierzu: „Die Praxis zeigt leider immer wieder, dass Gaffer uns im Einsatz behindern und dadurch entscheidende Sekunden verstreichen. Früher waren es meist nur Schaulustige am Rande, heute wird vielfach direkt mittendrin fotografiert und gefilmt, um das Ganze anschließend im Internet zu verbreiten. Das ist respektlos gegenüber Opfern und Rettungskräften und kann im Zweifel Leben kosten.“

Dr. Erwin Petersen, Vizepräsident der Landesverkehrswacht fügt hinzu: „Es wird kaum Rücksicht auf die Opfer oder das Leid der Angehörigen genommen. Unfallopfer sind häufig schneller im Internet zu sehen, als auf dem OP-Tisch. Die zunehmende Skrupellosigkeit der Gaffer wird immer mehr zu einer Belastung für Polizei, Feuerwehr, Ärzte und Sanitäter. Die Schaulustigen vergessen offenbar: Sie selbst oder einer ihrer Angehörigen könnten das Opfer am Unfallort sein.“

Stellvertretend für die haupt- und nebenamtlichen Feuerwehren in Niedersachsen stellte die Feuerwehr Lehrte bei der Vorstellung der Aktion „HELFEN STATT GAFFEN“ an der Tank- und Rastanlage Lehrter See der Bundesautobahn A 2 ihren Ausbildungs- und Ausrüstungsstand vor. Die Feuerwehr Lehrte hat in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Polizei ihre Arbeit auf der Autobahn vorgestellt und eine typische Unfallsituation simuliert. Außerdem wurden weitere Servicethemen rund um den Start in die Reisezeit wie Ladungssicherung, Absicherung von Unfallstellen oder Tipps für lange Autofahrten angeboten.

„Neben HELFEN STATT GAFFEN empfehle ich allen Urlaubern besonnen und ohne Eile zu fahren ergänzte Innenminister Pistorius. „Die Erholung sollte schon während der Fahrt im Auto und nicht erst am Urlaubsort beginnen. Ohne unnötige Hetze und mit regelmäßigen Pausen kann schon die Fahrt mit der Familie in den Urlaub eine tolle und entspannte Angelegenheit sein.“

Die Landesverkehrswacht Niedersachsen rät:
RICHTIG BELADEN IN DEN URLAUB

Eine ausreichend gesicherte Ladung von Fahrzeugen ist für die allgemeine Verkehrssicherheit unabdingbar. Um Personen- und Sachschäden zu reduzieren und die Sicherheit zu erhöhen, ist nicht nur die Beachtung der Geschwindigkeit oder des Abstands vonnöten, sondern auch ein wachsendes Verantwortungsbewusstsein im Hinblick auf eine ausreichende Ladungssicherung. Ungesichertes Ladegut im Pkw setzt sich bei plötzlichen Brems- oder Lenkvorgängen unweigerlich in Bewegung. Durch das Fahrzeug rutschende oder fliegende Gegenstände entwickeln beim Aufprall eine Gewichtskraft, die bis zu 50 Mal größer ist als ihr ursprüngliches Eigengewicht. Aus diesem Grund werden immer wieder Menschen in Fahrzeugen durch lose Gegenstände verletzt – teilweise mit schwerwiegenden Folgen. Selbst eine 3 kg schwere Handtasche entwickelt bei einem Crash mit Tempo 50 km/h eine Wucht von 150 kg.

Auf dem Weg in den Urlaub ist auch immer viel Gepäck dabei. Hier kommt es vor allem darauf an, dass Sie richtig und sicher packen, damit Sie auch bei plötzlichen Bremsaktionen schwerwiegende Folgen vermeiden können. Achten Sie deshalb darauf, alles möglichst lückenlos zu verstauen.

Grundregel zum Beladen:

Alles sichern! Von der CD, der Jacke und dem Handy bis zum sperrigen Gepäck. Und natürlich auch alle Personen und Tiere:

Oberstes Gebot: Immer anschnallen!

Mitnahme von Kindern: Egal wohin die Autofahrt mit Kindern an Bord geht, ob nur kurz zum Kindergarten oder in den Familienurlaub: Kindersitze sind Pflicht. Und zwar für alle Passagiere unter zwölf Jahren, die kleiner als 1,50 Meter sind. Ganz wichtig: Ein Kindersitz muss exakt nach Herstellervorgabe im Auto befestigt werden. Sichern Sie auch immer einen leeren Kindersitz, damit er beim Bremsen nicht durch das Fahrzeug fliegen kann.

Mitnahme von Haustieren: Eine spezielle Anschnallpflicht für Haustiere gibt es zwar nicht. Hunde und auch Katzen gelten aber verkehrsrechtlich als Ladung und müssen entsprechend gesichert sein. Laderaumgitter und Transportbox sind hier eine mögliche Variante. Alternativ gibt es auch spezielle Sicherheitsgurte zum Anschnallen auf der Rückbank.

  • Grundsätzlich gehören alle Gegenstände, die nicht im Wageninnern benötigt werden, in den Kofferraum.
  • Platzieren Sie schwere Koffer im Fahrzeug unten und möglichst direkt an die Rücksitzlehne.
  • Sichern Sie frei stehende schwere Gegenstände immer, z. B. mit Zurrgurten und verteilen Sie das Gewicht gleichmäßig. Abdecknetze und Zurrnetze verringern das Verrutschen von Ladung.
  • Achten Sie darauf, dass Warndreieck, Erste-Hilfe-Kasten und Warnweste trotz voller Beladung noch gut zu erreichen sind.
  • Lose Gegenstände im Fahrzeuginneren wie Regenschirme, Bücher, Handys oder Getränkeflaschen können bei einem Bremsmanöver nicht nur Sachschaden anrichten, sondern auch Insassen schwer verletzen.
  • Lagern Sie hitzeempfindliche Dinge möglichst kühl. Flaschen mit kohlensäurehaltigen Getränken können sich im warmen Fahrzeug aufheizen und explodieren.
  • Bitte niemals Flaschen auf den Boden legen, sie könnten beim Bremsen nach vorne rollen und die Pedale blockieren.
  • Im Kombi sollte die Ladung am besten durch ein stabiles, für das jeweilige Fahrzeugmodell geeignetes Sicherheitstrenngitter oder -netz von der Fahrgastzelle abgetrennt sein.
  • Auch wenn niemand auf der Rückbank sitzt, sollten die Gurte immer geschlossen sein. Im Notfall muss die Arretierung der Rücksitzbank das Ladungsgewicht nicht alleine halten.
  • Prüfen Sie bei schwerer Beladung den Reifendruck und passen sie ihn ggf. an. Ebenso die Einstellung der Scheinwerfer .
  • Berücksichtigen Sie, dass sich das Fahrverhalten, wie Beschleunigung, Kurvenverhalten und Bremsen des Autos verändert, wenn es beladen ist.

Reicht der Platz im Wageninnern nicht aus, können Dach- und Heckträger zum Einsatz kommen. Hierbei sollten Sie beachten, dass sich das Fahrverhalten eines Wagens komplett verändern kann, wenn das Dach beladen wird. Nutzen Sie nur stabile Trägersysteme aus dem Fachhandel und halten Sie sich strikt an die Montageanleitungen.

Ausland: Informieren Sie sich vor Antritt der Reise über Verkehrsvorschriften in dem von Ihnen gewählten Urlaubsland.

Übrigens: Der Bußgeldkatalog 2017 sieht bei einer Missachtung der Ladungsvorschriften oder falscher Ladungssicherung verschiedene Strafmaßnahmen wie Bußgeld, Punkte und ggf. Fahrverbote vor.

Hier weitere Tipps der Polizei für eine bessere Fahrt in den Urlaub und wieder zurück:

  • Planen Sie Ihre Fahrt und Wegstrecke rechtzeitig vor – Karten, Navigationsgeräte und Routenplaner dienen als ausgezeichnete Hilfsmittel.
  • Starten Sie Ihre Reise frühzeitig und kalkulieren Sie ausreichend Zeit für Pausen ein – bei längeren Strecken sollten Übernachtungen vorzeitig eingeplant werden.
  • Überprüfen Sie Ihr Fahrzeug vor Fahrtantritt auf technische Mängel
  • Verstauen Sie Ihr Gepäck sorgfältig und sichern Sie es vor dem Verrutschen. Gewährleisten Sie dabei einen möglichst schnellen Zugriff auf Verbandskasten, Warnweste und Warndreieck.
  • Nehmen Sie ausreichend Getränke und Speisen mit.
  • Informieren Sie sich über Stau- und Verkehrswarnmeldungen.
  • Halten Sie ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, insbesondere wenn sich der Verkehr verlangsamt oder ein Stau bildet.
  • Lenken Sie Ihr Fahrzeug in die entsprechende Richtung, um frühzeitig eine Rettungsgasse zu bilden.
  • Merke: Die Rettungsgasse wird zwischen dem ganz linken und dem daneben liegenden Fahrstreifen gebildet. Fahrzeuge auf der linken Spur weichen nach links aus, die übrigen fahren nach rechts. Der Standstreifen bleibt frei.
  • Halten Sie die Rettungsgasse frei bis sich der Stau wieder aufgelöst und der Verkehrsfluss normalisiert hat.

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Das Keyvisual der Kampagne zum Download - klicken Sie einfach auf das Bild

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Film zur aktuellen Kampagne "HELFEN STATT GAFFEN"

Film der Landesverkehrswacht Niedersachsen zur Kampagne "HELFEN STATT GAFFEN"

Bilder vom Start der neuen Verkehrssicherheits-Kampagne

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